Richtlinien zur Bestätigung von Lehrpersonen

I. Persönliche Qualifikation

Die persönliche Qualifikation entwickelt sich durch die eigene langjährige, intensive und kontinuierlich begleitete Praxis und die Integration der Erfahrungen im personalen und transpersonalen Raum und im Alltag. Die Beauftragung zur Weitergabe des kontemplatven Weges wird angeregt durch die langjährig begleitende Lehrperson. Die Entfaltung der Weisheit des Herzens und einer Wertschätzung der Wegerfahrung mit all ihren Höhen und Tiefen ist Ausdruck der inneren Reifung. Die Beurteilung der persönlichen Qualifikation liegt in der Verantwortung der bestätigenden Lehrperson.

II. Praktische Qualifikation

Folgende Kriterien sind für die Bestätigung als Lehrperson zu bedenken und zu überprüfen:

  • die Teilnahme an mindestens 6 Kontemplationskurstagen (teils mit Elementen der Leibarbeit) pro Jahr (auch eigene Kurse zählen mit). Ist das in einem Jahr oder Jahren nicht möglich, verlängert sich der Zeitraum von 10 Jahren zur Anerkennung entsprechend. Es wird eine möglichst tägliche Übungszeit in der Kontemplation erwartet, die in den Alltag zu übertragen versucht wird. Die Schülerschaft bedarf einer verbindlichen Verabredung.
  • Vertiefung und Intensivierung des persönlichen, spirituellen Weges durch das Studium der christlichen Mystik, anderer mystischer Traditionen und zeitgenössischer Spiritualität. Dies ist nachzuweisen durch die Teilnahme an 6 Kurstagen mit den genannten Theorieschwerpunkten oder durch eigenes Studium in Absprache mit der Lehrperson während mindestens 3 Jahren.

Folgende Grundkenntnisse und Erfahrungen sind nachzuweisen:

  • Methodik der Kursleitung mit den Schwerpunkten*: Anleitung zur Leibarbeit einschließlich Sitzhilfen, Planung und Strukturierung von Einführungs- und Vertiefungskursen, Vortragsgestaltung, Rollenselbstverständnis (Übertragung /Gegenübertragung). Wünschenswert ist die Erfahrung in der Gestaltung eines Einführungs- oder Vertiefungskurses. Dazu gehören praktische Kenntnisse in Organisation und Methodik der Kursleitung, inkl. Vortragsgestaltung und Anleitung von Leibarbeit.
  • Geistliche Begleitung und Gesprächsführung**: Die Kompetenz in Geistlicher Begleitung, Gesprächsführung und spiritueller Begleitung kann nachgewiesen werden, z. B. durch WFdK-Fortbildungen, durch Themenzentrierte Interaktion (TZI), Personaltraining oder ähnliches, Heilpraktiker Psychotherapie, Klinische Seelsorgeausbildung, Telefonseelsorgeausbildung, bzw. entsprechende kleine Seelsorgeausbildung (drei Wochen), die einige Landeskirchen auch für Nichttheologen anbieten**.
  • Supervision und Intervision***, um eigenes Rollenverständnis, Übertragung und Gegenübertragung zu reflektieren.
  • Zur Integration der Erfahrung im personalen und transpersonalen Raum gehört das Erkennen im Umgang mit verschiedenen Übungsstufen und Meditationswirkungen, sowie Erfahrungswerte zur Bewältigung von Lebenskrisen, psychischer oder spiritueller Natur.
  • Übung auch in gegenstandsbezogener Meditation, z.B. Schrift- (Ruminatio), Symbol- und Natur- Meditation.
  • Gute Kenntnisse der biblischen Grundlagen und der christlich-mystischen Tradition, exemplarisch vertieft anhand der persönlichen Leitfigur mindestens eines Mystikers / Mystikerin. Interreligiöse Kenntnisse.
  • Assistenz bei mindestens einem Kurs oder eigene Kursleitung.

Ein kontinuierlich begleiteter Erfahrungsweg in einer Zeitspanne von mindestens 10 Jahren ist nachzuweisen.

Eine Bestätigung als Meditationsbegleiter/in der „Schule der Kontemplation Gottes Gegenwart“ ist bereits nach 5 Jahren möglich. Die Anforderungen entsprechen ungefähr der drei- jährigen Ausbildung in Geistlicher Begleitung in der Evangelischen Kirche im Rheinland und einem zweijährigen Aufbaukurrikulum Kontemplation (je Jahr zwei Wochenkurse und Übungstage.) (In der WFdK sind „Meditationsbegleiterin“ oder „Meditationsbegleiter“ nicht vorgesehen, wohl in der „via cordis“ und anderen Schulen.)

Vor der Bestätigung als Lehrer/in oder Begleiter/in ist ein schriftlicher Bericht einzureichen, der den spirituellen Werdegang bezeugt und die Reflexion dieser Punkte enthält. Auffallende Mängel oder Abweichungen werden im direkten Gespräch geklärt.

Essen, den 12.11. 2012 gez. Manfred Rompf

Anmerkungen

* Empfehlung: Ausbildung in Geistlicher Begleitung, z.B.: Haus der Stille, Meditations- und Einkehrzentrum der Evangelischen Kirche im Rheinland, Rengsdorf/Westerwald, www.ekir.de/haus-der-stille . Dort Grundkurs berufsbegleitend 3 Jahre und Aufbaukurse, oder besondere Schulungstage unserer Schule, des WFdK, oder/und andere entsprechende Ausbildungen, auch „Spirituelle Kompetenz“ der Westf. Kirche nach Absprache.

** Empfehlung: Ausbildung in Geistlicher Begleitung - siehe *, der eine Seelsorgeausbildung, vorausgeht (Info beim Haus der Stille). Vom Institut für Aus-, Fort- und Weiterbildung des Gemeinsamen Pastoralkollegs der Ev. Kirche von Westfalen (Telefon: 02304/755-176) werden Seelsorgeausbildungen angeboten.

*** Möglichkeiten dazu, sowie zur Weiterbildung im Bereich Kontemplation, Mystik, Körperübungen, u.a. gibt es z.B. vor und auf den Tagungen des WFdK und ihren Regionalgruppen, sowie bei den Tagungen des „Arbeitskreises Meditation der Evangelischen Kirche im Rheinland“, des „Arbeitskreises Meditation und geistliches Leben der Evangelischen Kirche von Westfalen“ und Schulungstage der SdKGG sowie in der Einzelbegleitung und anderweitig.